Game of Thrones – Mein Resümee

Game of Thrones
Game of Thrones

Am 31. März startete in den Staaten die dritte Staffel der HBO-Serie Game of Thrones. Und sogar hier in Deutschland können Sky Kunden in den Genuss der neuen Folgen kommen. Irgendetwas muss diese Serie also an sich haben, wenn sich Sky die Mühe macht, sie zeitnah zur Veröffentlichung auch ohne deutsche Synchronisation zu zeigen.

Glaubt man dem imdb User Rating gehört Game of Thrones zu den besten Serien aller Zeiten (Platz 2 mit einem Rating von 9.4 – Stand 5. Mai 2013). Nun ist es ja so, dass ich nicht zu den größten Fantasy-Freunden gehöre. Je mehr Zwerge, Drachen, Dämonen und Äxte eine Geschichte hat, desto weniger kann ich mich damit anfreunden. Die Herr der Ringe Trilogie wurde aus filmischen Gründen einmal mitgenommen und seitdem nicht mehr angerührt, Der Hobbit unter anderem auch wegen seines Genres bisher gemieden. Und auch an Game of Thrones hatte ich mich bereits einmal versucht, um nach zwei Episoden wieder aufzugeben.

Trotzdem habe ich mich noch einmal an Game of Thrones versucht – unter anderem wegen des sehr guten Angebots eines Elektrofachmarktes (17€ für die Staffel 1 Blu-ray). Mit Hilfe von ein paar Freunden wurde Staffel 1 in zwei, und Staffel 2 sogar an einem Tag beendet.

Wie ihr euch wahrscheinlich schon denken könnt, hätte ich mir wohl kaum 10 Stunden Game of Thrones am Stück zur Gemüte geführt, wenn ich keinen Gefallen daran gefunden hätte. Ehrlich gesagt, kann ich das hohe imdb User Rating sogar trotz Fantasyelementen nachvollziehen. Deswegen von mir ein kleines Resümee, denn ich musste mit leichtem Erschrecken feststellen, dass einige in meinem Bekanntenkreis – sogar bekennende Serien- und/oder Fantasy-Freunde – sich noch nicht an Game of Thrones versucht haben.

Game of Thrones spielt in einer Welt, die dem europäischem Mittelalter ähnelt. Es gibt einen König, Ritter, Bogenschützen. Es wird getrunken, gevögelt und getötet. Menschen leben in Burgen, glauben an Götter und leben nach Rang und Moral. Aber es gibt oder gab auch Magie, Drachen und andere übernatürliche Erscheinungen.

Der Kontinent Westeros, der als Zentrum der Geschichte dient, besteht aus sieben Königreichen, die jeweils zwar von unterschiedlichen Häusern regiert werden, sie alle unterstehen jedoch einem einzigen Monarchen – König Robert Baratheon.

Relativ flott wird klar, dass diese Konstellation in Westeros für einige Unruhen sorgt. Jeder Charakter versucht seinen eigenen Vorteil aus den Ereignissen zu ziehen – sei es begründet oder nicht. Dabei reichen die Motive von der Freiheit bis hin zum Anspruch auf den Thron. Und genau hier spielt Game of Thrones seine Stärke aus.

Auch wenn man zu Beginn über Familie Stark an das große Ganze rangeführt wird, stellt sich schnell heraus, dass selbst die Starks moralisch nicht unverfehlbar sind. Es gibt keine vorgegebenen Helden oder Schurken. Dem Zuschauer wird die freie Wahl gelassen, für welche Seite er Sympathien hegt.

Aber aufgepasst, denn Game of Thrones schafft es, die Waage zwischen klar definiertem Charakter und unvorhersehbarem Schachzug zu halten. Denn glaubt man so langsam Pläne und Ziele durchschaut zu haben, werden die Karten kurzerhand neu gemischt, indem neue Faktoren implementiert werden – seien es Charaktere, äußere Einflüsse oder die Verschiebung von Machtverhältnissen.

Das alles wird erst durch die inhaltlichen Komplexität möglich. Diese Komplexität fordert jedoch auch ihren Tribut. So kam ich, als Namenslegastheniker der ich bin, bei der Fülle an Charakteren und Familien während der ersten Staffel kaum noch mit. Ein ständiger Blick auf das Blu-ray Inlay konnte meist zwar aushelfen, trägt aber auch nicht zum entspannten Genuss bei. Diese Arbeit zahlt sich jedoch aus, denn mit Beginn der zweiten Staffel konnte sogar ich mich in diesem Namens-Wirrwarr zurecht finden.

Inhaltlich bietet Game of Thrones also ein riesiges Gesamtpaket. Und das HBO als Produktionssender keine halben Sachen abliefert sollte im Volksmund geläufig sein. Atmosphäre, Ausstattung, Effekte, Kamera, Soundtrack – alles auf höchstem Qualitätsstandard. Und sogar die deutsche Synchronisation, die gerade bei TV-Serien gerne mal daneben geht, ist durchaus vorzeigbar.

Einen Aspekt will ich dabei allerdings besonders hervorheben – den Cast. Denn HBO hat es nicht nur geschafft gute Schauspieler zu finden, sondern anscheinend auch penibel darauf geachtet, dass diese auch optisch punktgenau zu ihren Charaktere passen. Bestes Beispiel dafür ist Jack Gleeson. Wenn ich ihn nur sehe kocht in mir schon der Hass auf Joffrey hoch.

So kommt es also, dass nach den ersten 20 Episoden ein Gefühl der Vorfreude in mir bleibt. Eine Vorfreude auf das, was mich als nächstes in Westeros erwartet. Was geschieht als nächstes? Wer stirbt, wer überlebt? Wer erobert sich den Eisernen Thron? Darauf kann sogar ich mich freuen, auch ohne Interesse an Zauberei und Fabelwesen zu haben.

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Sky Atlantic HD zeigt ab dem 19. Mai die dritte Staffel von Game of Thrones wahlweise mit englischer oder deutscher Synchronisation.

6 Comments

  • Wortman sagt:

    Ich warte auch schon sehnsüchtig auf das Frühjahr, wenn es endlich mit GoT weiter geht :)

    Joffrey will wohl jeder am Liebsten umbringen…. ich auch :) Die Schauspieler wind wirklich passend zu ihren Rollen ausgesucht worden.

    • Thomas sagt:

      Oh ja. Wobei ich noch etwas länger warten muss, da ich GoT immer zusammen mit Freunden gucken, die es nur auf deutsch gucken. Wobei die Übesetzung dieses Jahr auch nicht lange auf sich warten ließ.

  • Juli sagt:

    Hach, und wieder eine GoT-Rezension :) Ich freu mich immer so riesig, wenn ich bei anderen lese, dass ihnen die Serie ebenso gut gefällt wie mir! Es ist einfach ein wunderbares Fantasy-Epos und ich kann Staffel 4 kaum erwarten :D

    Hast du vielleicht schon einmal ein Blick in die Bücher geworden? Natürlich noch ein Tick besser, aber trotzdem ganz anders als die Serie. Kann ich nur empfehlen, obwohl ich auch noch nicht alle gelesen hab.

    • Thomas sagt:

      Auf Staffel 4 freue ich mich auch schon ziemlich. Obwohl ich vom Ende der dritten Staffel ja sehr erschrocken war. Aber auch eher im positiven Sinne ;)

      Da ich überhaupt keine Leseratte bin, habe ich bisher einen weiten Bogen um diese (und eigentlich auch alle anderen) Bücher gemacht. Aber irgendwie verspüre ich in mir in letzter Zeit ein immer intensiveres Gefühl danach, mal wieder ein Buch zu lesen. „Das Lied von Eis und Feuer“ habe ich auf jeden Fall im Auge, nur ist diese Lust, so wie ich mich kenne, wahrscheinlich nach 50 Seiten dann eh verflogen :D

    • Juli sagt:

      Ja, ich auch, es war ziemlich überraschend. Ich saß die ganze Zeit mit offenem Mund da und konnte es einfach nicht fassen!

      Also, die Bücher sind es wirklich wert, gelesen zu werden. Sie sind halt ganz anders als die Serie, weil jedes einzelne Kapitel aus dem Blickwinkel einer Figur geschrieben ist. Das macht einige Stellen meiner Meinung nach noch ein wenig intensiver :) Probier’s mal :D

    • Thomas sagt:

      Hab mir gestern schon die Leseprobe geladen, konnte bisher aber nur einmal kurz drauf gucken. Sah aber auf den ersten Blick schon mal interessanter geschrieben aus, als World War Z :D

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