Captain Toad: Treasure Tracker (2014)

Captain Toad: Treasure Tracker
Captain Toad: Treasure Tracker

Die Geschichte zwischen Captain Toad: Treasure Tracker für die Wii U und mir ist eigentlich eine recht ereignisreiche – deswegen werde ich sie euch mal kurz erläutern. Erschienen Anfang Januar zu einem Preis von ca. 40€. Spielearmut & ein allgemeine Vorliebe zu Puzzle-/Rätsel-Spielen à la The Room oder Monument Valley meinerseits, plus die kleine preisliche Hürde hatten mein Interesse geweckt. Zudem kommt mein nahezu blindes Vertrauen in Nintendo-Produkte. Einzig die Post-Weihnachtliche-Leere in meinem Porte­mon­naie hinderten mich am Kauf.

Doch dann kam mir ein zeitlich begrenzter Rabattgutschein für einen Online-Händler dazwischen, der, zu meiner Missgunst, bei mir in letzter Zeit eher durch fehlerhafte Lieferzeit-Versprechen glänzen konnte. Angekündigte Lieferzeit diesmal: 6 – 8 Wochen. Bei Bestellung auf Rechnung (am 15. Februar) müsste ich also erst in zwei Monaten (frühstens am 15. April) zahlen. Bis dahin hätte ich auch noch genug Zeit meinen Pile of Shame abzuarbeiten und meine Finanzen wieder aufzustocken. Und doch halte ich Captain Toad bereits seit Anfang März in den Händen. Das angesprochene Versandhaus lieferte nämlich – zu meiner Verwunderung – nun schon nach zwei Wochen. Damit waren meine lang durchdachten Planungen in Windeseile wieder ad acta gelegt. Soweit also meine Vorab-Geschichte zu Captain Toad: Treasure Tracker. Habe ich zu viel versprochen?

Nun aber zum eigentlichen Grund, warum ich diese Zeilen verfasse: Das Spiel befindet sich nämlich nicht nur in meinem Besitz, ich habe es mir auch nicht nehmen lassen, bereits einen Blick reinzuwerfen, auch wenn auf meiner Videospiel-Agenda aktuell andere Titel eine höhere Priorität besitzen. Und um es vorweg zu nehmen: Ich bin etwas unterwältigt. Die Meinungen in meiner kleinen Filterbubble waren vorab durchweg positiv – vor allem zu dem Preis. In den paar Leveln, die ich bisher angespielt habe (knapp eine Stunde Spielzeit), finde ich jedoch mehr zu kritisieren, als zu loben.

Das Erste, was mir aufgefallen ist: Das Spiel startet einfach. Kein Menü, keine Geschichte. Alles beginnt mit dem ersten Level, ohne Hindernisse, dafür aber zu zweit – Toad und Toadette. Am Ende des ein, maximal zwei Minuten langen Abschnitts finden die beiden einen Stern der promt samt Toadette von einem riesigen Greifvogel entführt wird. Das klassische Mario/Peach Szenario kommt also wieder zum tragen. Was jedoch fehlt ist, dass diese Geschichte weiter ausgeschmückt wird. Das Spiel geht unbeeindruckt der Ereignisse einfach weiter. Ohne Erläuterungen oder Ähnlichem startet ein Level nach dem anderen. Bei Mario mag das ja vielleicht funktionieren, da die Charaktere und ihre Verhältnisse zueinander bereits allgemein bekannt sind. Bei Captain Toad: Treasure Tracker bin ich aber schon froh darüber, dass ich den Namen der entführten Maid überhaupt kenne. Erfahren habe ich ihn aber nicht in diesem Spiel.

Da ich nicht der Penibelste bin, könnte ich über die Sache mit der Story noch hinwegsehen. Im Endeffekt kommt es doch auf das Spielerlebnis an. Das wird aber bereits ab Level 3 von der sehr unhandlichen Kameraführung getrübt. Es gibt zwei Möglichkeiten der Steuerung: 1) über Rumgefummel mit dem Wii U Gamepad, 2) über den rechten Analog Stick.
Möglichkeit 1 fällt schon aus Prinzip durch, weil (und hier stelle ich mal eine kühne Vermutung auf) wirklich niemand Freude an einer Bewegungssteuerung hat. Möglichkeit 2 funktioniert allerdings auch nicht wirklich besser. So bleibt also die Wahl zwischen Pest und Cholera in einem Spiel in dem die richtige Perspektive eine essentielle Rolle einnimmt. Denn – und das habe ich noch nicht erwähnt – der Clou an den Leveln ist, dass sich alles auf einer kleinen, würfelförmigen Plattform abspielt.

Der Aufbau der Rätsel lässt sich hier wohl am ehesten mit Monument Valley vergleichen – nur ohne die perspektivische Spielerei zwischen den einzelnen Objekten. Wenn man da die Kontrolle über den richtigen Blickwinkel verliert, kann es also durchaus sein, dass der Spieler einfach aus dem Geschehen ausgeschlossen wird. Umso ärgerlicher ist es dann, wenn noch Schieberätsel dazu kommen, die über das Touch-Display des Gamepads bedient werden müssen, während ich mit dem Gerät nicht wackeln darf, da sich sonst die verdammte Kamera wieder verstellt! Die Bewegungssteuerung lässt sich im Übrigen nicht deaktiveren. Danke dafür, Nintendo.

Darüber hinaus ist Captain Toad: Treasure Tracker aber, wie von Nintendo gewohnt, liebevoll aufgebaut und gestaltet. Manchereiner würde es polished nennen, ich bezeichne es als Nintendo-Charme.

Captain Toad: Treasure Tracker bleibt mir also vor allem mit diesen beiden Kritikpunkten im Kopf und wirft für mich somit folgende zwei Fragen auf: War das Spiel nun wirklich 40€ wert? Das mag ich noch nicht beurteilen, da es stark vom Umfang abhängt. Aber ist die Wii U überhaupt die richtige Plattform für dieses Spiel? Bei Leveln von etwa 5-10 Minuten Länge, die inhaltlich auch nur spärlich miteinander verknüpft sind, hätte mich Captain Toad wohl eher zwischendurch auf dem 3DS gereizt. So tue ich mich nun schwer die Disk überhaupt wieder in die Konsole einzulegen.

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