Ersteindruck: Beyond: Two Souls (2013)

Beyond Two Souls
Beyond Two Souls

Wie manche von euch es vielleicht wissen, bin ich nicht nur Film- und Serienjunkie, sondern verbringe meine Freizeit auch gerne mal mit Videospielen. Wenn diese beiden Welten wie bei Beyond: Two Souls, aufeinandertreffen, werde ich natürlich umso hellhöriger.

Nachdem Quantic Dream mit Heavy Rain ein Werk abgeliefert, an dem ich bereits große Freude hatte kam im vergangenen Jahr mit Beyond: Two Souls ihr Playstation 3-Zweitwerk, dessen Herzstück wohl die Teilnahme von Ellen Page und Willem Dafoe als Hauptcharaktere ist. Unter Kritikern scheint Beyond: Two Souls umstritten, weil mal wieder die Diskussion aufgekommen ist, wie viel Spiel ein Spiel eigentlich sein muss. Mich stört das jedoch sehr wenig solange die Geschichte gut erzählt ist und durch die Interaktion einen plausiblen Mehrwert erhält.

Mittlerweile habe ich knapp ein Drittel der Kampagne hinter mir, bin aber noch recht zwiegespalten. Atmosphärisch ist Beyond: Two Souls erste Sahne, vor allem, wenn man seine Anlage mal richtig aufdreht. Dies spielt zudem der Geschichte in die Karten, die zwar wenig gradlinig und dadurch noch recht undurchsichtig ist, aber vor allem durch Facettenreichtum besticht. Genretechnisch kann ich Beyond: Two Souls deshalb noch nicht so richtig zuordnen. Auf Spuren von Action, Thriller, Horror und Drama konnte ich aber bereits treffen.

Was die klasse Stimmung jedoch immer wieder bricht, sind leider die spielerischen Parts. Hier kann zwischen zwei Arten unterschieden werden – Quick-Action-Events und eine gescriptete Freiheit. Die Quick-Action-Events funktionieren noch einigermaßen, auch wenn die äußerst minimalistisch gehaltene Steuerung hier oft sehr wahllos wirkt. Sobald die Handlung in eine Zeitlupe übergeht, muss der Spieler mit dem rechten Stick darauf reagieren. Ausweichen oder blocken – offensiv oder defensiv. Welche von beiden Aktionen dabei gerade erwünscht war, war mir leider nicht immer auf Anhieb ersichtlich. Das ist zwar zunächst nicht weiter tragisch, da es keine schwerwiegenden Konsequenzen für das Spiel mit sich führt, solange es nur vereinzelt vorkommt. Trotzdem hat es mich jedes mal aus dem Spielfluss gerissen und somit auch die Stimmung gebrochen.

Die Abschnitte mit freier Beweglichkeit sind jedoch das größere Übel. Größtenteils bewegt man seinen Charakter recht schwerfällig durch einen abgegrenzten Abschnitt auf der Suche nach dem nächsten Hinweis, an dem die Story dann weitergeführt werden kann. Das funktioniert noch recht akzeptabel, wenn man versucht den weiteren Verlauf der Handlung zu antizipieren. Bei mir hat es jedoch auch schon dazu geführt, dass ich fünf Minuten orientierungslos durch die Gegend geirrt bin, nur um dann den Punkt zu finden, an dem die nächste Cutscene einsetzte. In solchen Situationen wünsche ich mir als Spieler dann, dass die Entwickler hier auf die Interaktivität verzichtet hätten. Weniger Spiel ist halt nicht immer gleich schlechter.

Inhaltlich betrachtet habe ich im ersten Drittel zwar bereits einen guten Eindruck von Jodie (Ellen Page) erhalten, weiß aber noch nicht so recht, wo mich die Handlung noch hinführen will. Trotz der beschriebenen spielerischen Mängel bin ich aber gespannt, wie Beyond: Two Souls weiter geht, da mich zumindest die Prämisse (Jodie ist mit einem übersinnlichem Wesen namens Aiden verbunden) noch bei der Stange hält.

Ersteindruck: befriedigend

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.