The Return of the First Avenger (2014)

Oh Captain, was habe ich mich auf dich gefreut. Denn im Gegensatz zum Rest der Welt mochte ich den erste Teil ja. Und wie ich bereits über die Trailer gesagt habe, sah auch der zweite Film zunächst vielversprechend aus. Die Handlung spielt zwar mittlerweile in der Neuzeit und hat somit auch nicht mehr viel vom Stil von Captain America: The First Avenger, die ersten Bewegtbilder versprachen aber schon mal ordentliche Action a lá Haudrauf. Kann mich Steve Rodgers nun auch ein zweites mal zufriedenstellen?


The Return of the First Avenger ist genau das geworden, was man sich vorher hätte denken können. Vorne auf der Verpackung steht irgendwo in Großbuchstaben Marvel. Die sind ja nicht nur dafür bekannt, uns Kinogänger in den letzten Jahren mit unterhaltsam umgesetzten Comicbuchverfilmungen zu vergnügen, sondern buttern dabei auch noch ordentlich Geld in die Produktion. Am Ende gibt es somit zumindest immer einen Hochglanzstreifen höchster Blockbuster-Güte. Und auch wenn The Return of the First Avenger als neunte Cinematic Verfilmung an den gleichen Müdigkeitserscheinungen leidet, die Iron Man 3 bereits zu schaffen machten, muss man eingestehen, dass Marvel es mittlerweile einfach versteht, Actionsequenzen spannend und unterhaltsam zu verpacken.

Ja, ein Großteil kommt aus der Rechenmaschine, seine stärksten Momente hat der Captain jedoch, wenn es handfest zur Sache geht. Super choreographiert und temporeich inszeniert. Dazu kommt ein ordentliches Maß an Wums. Denn wo der Captain und auch der Winter Soldier hinhaut, da wächst kein Gras mehr. So macht Action Spaß und genau so stelle ich mir Kämpfe mit und zwischen Supersoldaten vor. Die Actionsequenzen hätten an der ein oder anderen Stelle zwar gerne kürzer ausfallen können, Anthony und Joe Russo kriegen aber jedes mal noch rechtzeitig die Kurve, bevor es dann doch zu öde wird und schaffen somit eine ausgewogene Mischung aus Story- und Actionelementen.

Eine Story, die übrigens anders als der Originaltitel (Captain America: The Winter Soldier) vermuten lässt, sich gar nicht allzu sehr um den Winter Soldier dreht, sondern fast einzig und alleine vom Captain getragen wird. Während die Ursprünge Steve Rodgers noch zur Zeit des 2. Weltkriegs liegen, lässt sich in Marvel’s The Avengers bereits erahnen, mit was für Problemen der Charakter in der Neuzeit zu kämpfen hat. The Return of the First Avenger greift diese Problematik weiter auf, denn Steve Rodgers tut sich weiterhin schwer, in dieser Zeit Fuß zu fassen. Dieses Problem hat er jedoch nicht nur als Steve Rodgers, sondern auch als Captain America. In beiden Rollen ist er gefangen in einem ihm unbekannten System, dass er nur schwer versteht und ihm deshalb nicht traut.

Und genau hier verschenkt The Return of the First Avenger leider etwas von seinem Potential. Denn während in der Handlung vor Verstrickungen strotzt gibt Marvel sich nicht die Blöße, um an seinen manifestierten Charakteren zu rütteln. Wer ist gut? Wer ist böse? Diese Frage stellt man sich als Zuschauer nicht, da ziemlich offensichtlich dargestellt wird, wer auf welcher Seite steht. Ein richtiges Katz und Maus Spiel kommt nicht zustande. Groß stören tut es im Endeffekt aber nicht, da die Geschichte auch so genug hergibt. Während der gesamten Laufzeit gibt es was zu erleben. Leerlauf? Fehlanzeige.

In Zeiten, in denen Datenschutz eine große Rolle im Bewusstsein eines jeden spielen sollte, beweist The Return of the First Avenger zudem noch Zeitgeist und wirft immer wieder die Frage auf, wie weit Sicherheit eigentlich gehen darf. Auf Kosten der Unterhaltung wird das Problem allerdings nur oberflächlich angerissen. The Return of the First Avenger ist somit ein Superheldenfilm, wie er im Buche steht – mit viel Krach und Bumm und zumindest einen kleinen Fingerzeig auf Themen unserer Zeit.

Wie bei jedem neuzeitlichen Marvelfilm sollte auch diesmal jeder Kinogänger nach dem Film nicht direkt aus dem Saal stürmen. Nach der sehr gelungen Endsequenz gibt es einen ersten Ausblick auf Marvel’s The Avengers 2: Age of Ultron. Ganz zum Schluss folgt dann noch eine weitere Szene, also schön sitzen bleiben. Ein Wort noch zum 3D: Laut Abspann scheint auch The Return of the First Avenger nur nachträglich konvertiert zu sein. Zudem wirkt die Anfangssequenz in 3D einen Tick zu dunkel. Wer also die Möglichkeit hat, kann beruhigt zur 2D-Fassung greifen.

Meine Wertung

8 The Return of the First Avenger (2014)

5 Comments

  • Dominik sagt:

    Da stimmen wir beinah vollständig überein. Gefällt mir. Nur fandest du die Action, so gut sie auch war, nicht zu verwackelt? Mich hat das sehr gestört.

    • Thomas sagt:

      Ich fand die Actionsequenzen eigentlich ziemlich gut ausgearbeitet. Teilweise etwas wackelig, aber nicht sehr viel mehr als bei anderen Filmen. Hab das dann auch eher auf’s 3D geschoben.

    • Dominik sagt:

      Welches 3D? :D Das ist ja das Problem: Nicht mehr als bei anderen. Grundsätzlich ist dieses Gewackel furchtbar. The Raid machts vor, wie es sein soll. Oder man siehe sich alte Jackie Chan Filme an. Alles wunderbar.

    • Thomas sagt:

      Sagen wir es so: Kameragewackel ist man ja schon gewohnt und mich stört es in einem gewissen Maß nicht. Hier hat es mich nicht gestört. Bei World Invasion: Battle Los Angeles bspw war es schrecklich.

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