Oblivion (2013)

Ich habe es mal wieder ins Kino geschafft. Nach Stirb langsam – Ein guter Tag zum Sterben im Februar habe ich es tatsächlich nicht mehr hinbekommen meinen Hintern ins nächste Lichtspielhaus zu bewegen. Mit dem Deutschlandstart von Iron Man 3 und Star Trek Into Darkness vor der Tür wollte ich selbigen aber vorab wieder an die gemütlichen Sitze im Kinosaal gewöhnen und habe mich, unter anderem auch aufgrund der positiven Meinung von Dominik auf filmherum, zu Oblivion mit Tom Cruise verleiten lassen.


2077. Nach einem außerirdischen Angriff konnte die Menschheit den Kampf dank Einsatz von Nuklearwaffen zwar gewinnen, zerstörte und verstrahlte damit aber auch ihren Lebensraum. Die Erde ist nicht mehr bewohnbar, auf der Suche nach einem neuen Heimatplaneten ist man aber weiterhin auf die verbleibenden natürlichen Ressourcen angewiesen.

Um die für den Abbau zuständige Technik zu warten sind Jack (Tom Cruise) und Victoria (Andrea Riseborough) als letzte Menschen auf der Erde stationiert. Denn auch wenn der Krieg gewonnen wurde, gibt es noch überlebende Plünderer – so werden die außerirdischen Invasoren genannt. Und die haben natürlich nichts besseres zu tun, als die Menschen weiterhin zu terrorisieren.

Als eines Tages ein unbekanntes Objekt auf die Erde stürzt, scheint sich die Situation für Jack und Victoria zuzuspitzen. Denn an der Absturzstelle entdeckt Jack eine menschliche Überlebende, die ihm bereits aus Träumen vertraut zu sein scheint.

Olga Kurylenko sollte in mehr Filmen mitspielen. Von mir aus gerne sogar in jedem. Warum hältst du der Menschheit so eine Schönheit vor, Hollywood? Zudem hat mich der Auftritt von Nikolaj Coster-Waldau erfreut. Nikolaj Wer? Keine Sorge, ich habe auch nur Jamie Lannister geschrien, als ich ihn gesehen habe.

Technisch ist Oblivion zwar kein Meisterwerk, aber trotzdem schön anzuschauen. Die postapokalyptischen Kulissen, das Art Design – ein Spiel zwischen Technik und Dreck – die Stimmung sagt danke. Mit der Geschichte hatte ich an manchen Stellen zwar meine Probleme, im Großen und Ganzen schlägt sie aber eine interessante Richtung ein. Ohne zu viel verraten zu wollen, aber tut euch den Gefallen und erwartet keinen klassischen Action-Streifen, ihr werdet sonst enttäuscht.

Man mag von Tom Cruise halten, was man will, aber ein schlechter Schauspieler ist er nicht – auch nicht in Oblivion. Und trotzdem gibt es etwas, dass mich an ihm stört – namentlich seine überzogene Selbstdarstellung. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege, aber seit Operation Walküre wirken Filme mit ihm auf mich nur noch wie Bühnen, auf denen er sich selbst präsentieren kann. Keine Szene ohne ihn, Nahaufnahme ohne Ende und ein beschleichendes Gefühl des Overacting. In Mission: Impossible – Phantom Protokoll konnte ich da noch drüber hinwegblicken, weil der Film genug andere Schauwerte hat. In Oblivion fällt mir das aber schwer.

Das mag daran liegen, dass die Geschichte zwar durchaus interessant, aber so ungenau erzählt ist, dass es mir nur schwer fällt, über die kleinen Fehler hinwegzusehen. Filme wie Prometheus oder Tron: Legacy – ebenfalls von Regisseur Joseph Kosinski – schaffen es mit ihrer Bildgewalt, ihrem Artdesign und ihrem Soundtrack eine dichte Atmosphäre zu schaffen, die mich als Zuschauer so in den Bann zieht, dass mich diese kleinen Ungenauigkeiten und Fehler gar nicht stören, respektive mir gar nicht erst auffallen. Der Soundtrack von M83 (bekannt für ihren Song Midnight City) passt sehr gut ins Bild, aber das Gesamtwerk wirkt schlichtweg nicht wie aus einem Guss.

Oblivion ist ein Spiel aus Licht und Schatten. Es gibt viele Kleinigkeiten, von denen man sich das Filmerlebnis vermiesen lassen kann, aber nicht zwangsläufige vermiesen lassen muss. Im Endeffekt steht und fällt der Film mit Tom Cruise. Wer sich an seinem Anblick nicht stört, wird sich auch zwei Stunden von ihm unterhalten lassen können.

12 Comments

  • Eine interessante Meinung. Ich verweise hierzu auf meinen Vermerk, dass man Tom Cruise doch sehr mögen sollte, um den Film würdigen zu können (sprich so wie ich das tat). Auch interessant deine Aussage mit dem Soundtrack zu beispielsweise „Tron: Legacy“. Daft Punk schuf ein kleines Klangkunstwerk, dass das von M83 in jeglicher Art und Weise übertrifft, zumal M83 stellenweise einfach nur abgekupfert hat. Dennoch fand ich genau dieses Gesamtwerk zum Schluss deutlich überzeugender und mitreißender als du. Deshalb wohl meine weitaus bessere Wertung.

    In diesem Sinne – sag nicht ich hätte dich nicht gewarnt. Steht ja eigentlich auch alles bei mir. ;)

    • m00shpit sagt:

      Wird aus meiner Formulierung klar, dass ich mich mit dem Ausdruck „Gesamtwerk“ nicht auf den Soundtrack, sondern den Film als Gesamtwerk beziehe?

      Immerhin hast du mitgelesen, aufgepasst und begründet widersprochen. So lob ich mir die Blogosphäre ;)

    • Ja, das mit dem Gesamtwerk ist klar und genau darauf beziehe ich mich auch. Ggf. wird es bei mir nicht so ganz klar. ;)

    • Und noch einmal erklärend dazu: Ich wollte eigentlich noch einmal explizit auf den Score eingehen, dann aber auf das Gesamtwerk verweisen. Kam wohl nicht so rüber, wie ich mir das dachte. Aber hey, schau mal auf die Uhrzeit des Kommentars. ;)

    • m00shpit sagt:

      Eigentlich wollte ich nur sicher gehen, dass mein Text verständlich rüber kommt, deinen Kommentar hatte ich soweit richtig verstanden :D

  • Eine interessante Meinung. Ich verweise hierzu auf meinen Vermerk, dass man Tom Cruise doch sehr mögen sollte, um den Film würdigen zu können (sprich so wie ich das tat). Auch interessant deine Aussage mit dem Soundtrack zu beispielsweise „Tron: Legacy“. Daft Punk schuf ein kleines Klangkunstwerk, dass das von M83 in jeglicher Art und Weise übertrifft, zumal M83 stellenweise einfach nur abgekupfert hat. Dennoch fand ich genau dieses Gesamtwerk zum Schluss deutlich überzeugender und mitreißender als du. Deshalb wohl meine weitaus bessere Wertung.

    In diesem Sinne – sag nicht ich hätte dich nicht gewarnt. Steht ja eigentlich auch alles bei mir. ;)

    • m00shpit sagt:

      Wird aus meiner Formulierung klar, dass ich mich mit dem Ausdruck „Gesamtwerk“ nicht auf den Soundtrack, sondern den Film als Gesamtwerk beziehe?

      Immerhin hast du mitgelesen, aufgepasst und begründet widersprochen. So lob ich mir die Blogosphäre ;)

    • Ja, das mit dem Gesamtwerk ist klar und genau darauf beziehe ich mich auch. Ggf. wird es bei mir nicht so ganz klar. ;)

    • Und noch einmal erklärend dazu: Ich wollte eigentlich noch einmal explizit auf den Score eingehen, dann aber auf das Gesamtwerk verweisen. Kam wohl nicht so rüber, wie ich mir das dachte. Aber hey, schau mal auf die Uhrzeit des Kommentars. ;)

    • m00shpit sagt:

      Eigentlich wollte ich nur sicher gehen, dass mein Text verständlich rüber kommt, deinen Kommentar hatte ich soweit richtig verstanden :D

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