Contagion (2011)

Soderbergh geht mit Contagion einen interessanten Weg, weg von den klassischen Konventionen eines Spielfilms. Es gibt viele Charaktere aber keinen klaren Protagonisten. Im Zentrum steht immer das Virus und welche Auswirkungen dieses auf verschiedenste Facetten der Gesellschaft hat.

Seine eigene Meinung versucht Soderbergh dabei frei zu positionieren. Am Ende gibt es für ihn keine klar definierte gute oder böse Seite. Jeder Charakter bleibt verständlich, aber gleichzeitig fragwürdig. Anerkennung dafür.

Und trotzdem hätten Contagion ein paar Hollywood-Elemente gut getan. Das Virus ist für den Zuschauer nur selten greifbar und strahlt deswegen wenig Angst aus. Ein wenig Spektakel oder Patos hätten zwar gegen die Grundstimmung gearbeitet, aber die Situation auch bedrohlicher wirken lassen. Die Dramaturgie leidet an dem fehlenden Protagonisten. Es gibt zwar viele unterschiedliche Charaktere, diese werden aber zu kurz angeschnitten, um eine Nähe zu ihnen aufzubauen.

Somit ist Contagion am Ende vielmehr ein sozialkritischer, als ein Katastrophenfilm, der zwar eine interessante Richtung einschlägt, dabei aber auch viel Potential liegen lässt.

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