Media Monday #136

Media Monday 136
Media Monday 136

In Zeiten sozialer Medien muss man ja sehr vorsichtig mit Schlagzeilen umgehen. Als gestern die erste Meldung über das Ableben von Philip Seymour Hoffman die Runde machte, konnte und wollte ich es zunächst nicht wahr haben. Zu unseriös waren die Quellen. Wenn da was dran sein sollte, müssten doch auch die großen Nachrichtendienste davon berichten. Und leider taten sie das dann im Laufe des frühen Abends auch. Ein trauriger Verlust eines Menschen, der für seine Leistungen und Fähigkeiten respektiert und bewundert wurde. Auch von Wulf, der aufgrund der Aktualität das Thema in seinem Media Monday geradezu aufgreifen musste, da es ja das Thema ist, von dem die ganze Filmsphäre (ja, nicht nur die Blogger) jetzt eingenommen wird. Ich bin kein Freund öffentlicher Beileidsbekundungen, trotzdem möchte ich mich den sieben Fragen diese Woche nicht verwehren, da es auch mich schockiert hat.

1. Philip Seymour Hoffman wird mir zuvorderst in seiner Rolle als Brandt in The Big Lebowski in bester Erinnerung bleiben, weil es einer meine Lieblingsfilme ist.

2. Aber auch der Film Mission: Impossible III unter Beteiligung von Hoffman ist ein Film, an den mich sein Name erinnert.

3. Letzte Worte zum Tod eines – meiner Meinung nach – großartigen Schauspielers, der es noch weit hätte bringen können und wie so viele leider viel zu früh gehen musste: Als ich davon gelesen hatte, war ich zunächst etwas schockiert, da es so unerwartet kam. Ich musste mich dann auch dabei ertappen, wie ich mich direkt im Anschluss gefragt habe, was denn nun mit seiner Rolle in Die Tribute von Panem passieren wird. So ein Verlust ist nicht schön und es gibt sicherlich wichtigeres im Leben, als irgendwelche Filme, aber – und das hat mir auch schon der Tod von Paul Walker gezeigt – eine größere Bindung zu Schauspielern hat man als Zuschauer heutzutage nicht mehr. Ich kannte weder ihn, noch jemandem aus seinem Umkreis. Denen jetzt mein Beileid auszusprechen wäre – und das muss ich leider so hart sagen – heuchlerisch und nicht ehrlich. Einen geliebten Menschen zu verlieren, gehört zu den schlimmsten Dingen, die einem im Leben widerfahren können. Deswegen widme ich solchen Themen aus Respekt der verstorbenen Person und ihrem Leben gegenüber auch immer die letzte Ruhe, die sie verdient hat.

4. Während die Todesursache noch längst nicht offiziell mitgeteilt worden ist, wird allerorten bereits heiter spekuliert und von einer Überdosis Drogen ausgegangen. Ob richtig oder nicht, tut so eine öffentliche Zurschaustellung, so ein Breittreten der mutmaßlichen Todesumstände einer Person des öffentlichen Lebens wirklich not? Wie ist eure Meinung? Nein, tut es absolut nicht. Aber solange es Menschen gibt, die nach solchen Informationen streben und/oder sogar dafür bezahlen, wird das System auch immer versuchen diesen Bedarf zu decken. So läuft das Prinzip von Angebot und Nachfrage. Der Fehler liegt dabei aber nicht im Boulevard, sondern bei den Menschen, die es konsumieren. Und solange sich die grundlegende Einstellung der Gesellschaft diesbezüglich nicht ändert, wird RTL auch weiterhin Erfolg mit seinen Formaten haben.

5. Fernab jeder Pietätlosigkeit schreibt allerdings – wie ich finde – ________ oft sehr schöne Nachrufe auf verstorbene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie zum Beispiel ________. Nachrufe? Ich kann mich nicht daran erinnern, mal über einen Nachruf gestolpert zu sein. Und wenn doch, hat es mich wohl so wenig interessiert, dass ich es direkt wieder verdrängt habe. Weil siehe Frage 3.

6. Kommt nur mir das so vor, oder häufen sich in der letzten Zeit die tragischen Todesfälle? Oder liegt es vielleicht vielmehr an der wachsenden Verbreitung Sozialer Netze, dass man derartige Nachrichten ganz anders oder unmittelbarer wahrnimmt? Was meint ihr dazu? So wirklich wahrgenommen habe ich einen Anstieg solcher tragischen Zwischenfälle jetzt nicht. Wenn es aber wirklich so sein sollte, dass es immer mehr wird, hängt es wohl mit dem steigenden Druck und der hohen öffentlichen Aufmerksamkeit zusammen. Darauf würde ich zumindest mal tippen.

7. Meine zuletzt gesehener Film mit Philip Seymour Hoffman war Die Tribute von Panem – Catching Fire und der war wie bereits in meinem Jahresrückblick beschrieben überraschend stark, weil er all das, was man am ersten Teil noch bemängeln hätte können aufgegriffen und ausgebessert hat.

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